GONGeleien
Meine Frau wünscht' sich schon long
einen Gong.
Nicht, dass wir ihn brauchen täten,
aber wenn wir einen hätten,
könnte sie damit gut lärmen,
damit wir rasch zum Essen schwärmen.
Was besonders gut am Land wär',
wenn der Gong grad dort zur Hand wär'!
Denn wenn ich im Garten schuft'
und sie mich zum Essen ruft,
kann es sein, dass ich's nicht merke,
schreit sie auch in Großlautstärke.
Daher wünscht sie sich schon long
einen Gong.
Nun gibt's in Wien zu diesem Zwecke
wirklich nicht an jeder Ecke
gonge-handelnde Chinesen -
wär' wohl zu viel verlangt gewesen!
So begann ich meine Suche
im telekom'schen Nummernbuche
und fand der Wohnausstatter viele,
doch so kam ich nicht zum Ziele.
Denn die hatten zwar manch' Möbel.
Gonge? Nein! Ach, welch ein Öbel!
Daher hieß es weiter spüren,
langsam ging's mir an die Nieren.
Doch meine Frau wünscht sich schon long
einen Gong.
Endlich wurde ich doch fündig
und ich sag' es kurz und bündig:
in einem Center von den Thais
(die gibt's in Wien, wie ich jetzt weiß),
fand ich neben vielem Krempel
Gönge, groß genug für Tempel.
Doch nach langem Hin und Her,
denn ich verstand die Thai-in schwer,
kaufte ich 'nen Gong mit Schwengel -
meine Frau strahlt' wie ein Engel,
als ich ihr den Gong vermachte,
wobei sie wohl im Stillen dachte:
Ach, wie wünscht' ich mir schon long
so 'nen Gong.